Donnerstag, 28. September 2017
Der Anfang - CA01
lenaninetynine, 17:28h
Jetzt ist es schon mehr als zwei Jahre her seit ich zum ersten Mal nach Kanada geflogen bin. Nicht ganz alleine, mit Anne, die ich aber auch erst im Flughafen kennengelernt hatte. Ab jetzt tun wir mal so als wäre das gerade alles erst passiert. Anne und ich gehen also gemeinsam auf unsere große Reise, auf ein unbekanntes Abenteuer bei dem wir beide nicht wissen, was wir erwarten sollen. Wir kommen zwar in das gleiche Dorf, allerdings zu unterschiedlichen Familien. Als wir endlich im Flieger sitzen sinkt die Nervosität erstmal. Noch haben wir neun Stunden vor uns und schließlich sind wir ja wenigstens zu zweit. Der Flug verläuft gut, wir schauen ständig aus dem kleinen Fenster und sind erstaunt über die unfassbare Landschaft unter uns, denn nach dem Wolkenmeer über England können wir den Atlantik sehen, dann Schnee soweit das Auge reicht als wir über Grönland fliegen und dann, Stunden später als wir uns langsam unserem Ziel nähern flache unbebaute Prärie. Vor der Landung drehen wir noch eine Ehrenrunde über Calgary bis wir schließlich auf kanadischem Boden angekommen sind. Nach einer weiteren halben Stunde, in der wir an der Einreisebehörde und weiteren Beamten durch mussten durften wir endlich unsere Koffer vom Band holen. Zum Glück sind unsere Koffer heile angekommen, nur ein paar Macken sind and Anne’s Koffer neu dazu gekommen. Und dann geht es weiter um eine Kurve hinter der sich die Schiebetüre öffnet. Dort draußen laufen wir entlang an Familienangehörigen, die auf ihre Liebsten warten, und wir suchen erschöpft nach den Personen die wir nur durch ihre Facebook Profilbilder erkennen können. Aber wir finden sie, oder besser sie finden uns. Meine Gastfamilie ist gekommen um uns beide abzuholen, sie haben uns sofort erkannt und stehen winkend neben der Absperrung.
Von da an begann also mein Leben in Kanada. Wer hätte gedacht dass es so leicht sein kann sich ein komplett neues und anderes Leben aufzubauen. Natürlich war alles anders, sich dem Rhythmus der Familie anzupassen zum Beispiel war auf jeden Fall komplizierter als ich mir vorgestellt hatte.
Die ersten Tage verbrachte ich mit meiner Gastfamilie und bereits an meinem ersten ganzen Tag sollte ich in die Schule kommen um mit den anderen neuen internationalen Schülern eine Einweisung in die Schule zu bekommen damit wir uns am ersten richtigen Schultag zumindest etwas zurechtfinden würden. Die anderen “Internationals” kamen aus Brasilien, Mexiko, Kenia, Süd Korea, Japan, Spanien und vielen anderen Ländern. Wir verstanden uns teilweise nur mit Händen und Füßen, aber trotzdem hatten wir eine Verbindung zueinander die wir mit keiner anderen Person in dem Dorf aufbauen konnten. Wir waren alle in der gleichen Situation, anderes Land, andere Leute, andere Sprache und selbst das Essen war anders. Das verband uns alle und so saßen wir dann am ersten richtigen Schultag während dem Mittagessen alle zusammen und hatten das Gefühl dass wir doch irgendwie in die Schule hinein passten.
Damals hatte ich die Fächer Englisch, Career and Life Management (CALM), Mathe und Französisch. In Kanada, oder zumindest in Alberta, der Provinz in der ich zwei Jahre lang war, hat man pro Semester nur vier Fächer, teilweise geht ein Fach allerdings nur ein halbes Semester land, so wie bei mir CALM, und dann muss man für den Rest der Semesters noch ein anderes Fach wählen. In meinem Fall war das dann Construction, also praktisch Holzarbeit. Jedenfalls hat man diese vier Fächer jeden Tag, aber immer in einer anderen Reihenfolge. Der Unterricht beginnt um 8.35 und beginnt mit den täglichen Durchsagen. Dort wird alles verkündet, von Speiseplan bis Geburtstage und welche Sportmannschaft wann das nächste Spiel hat. Montags wurde vor der Durchsage noch die kanadische Nationalhymne gespielt. Jeder musste sich dann im Klassenzimmer hinstellen und zu der kanadischen Flagge drehen und so still stehen bleiben bis die Hymne zu Ende war. Dann kam die Durchsage und schließlich konnte der Unterricht anfangen. Jede Schulstunde dauerte dort 1h 8mins. Im Vergleich zu den 45mins Stunden in Deutschland war das am Anfang eine echte Herausforderung für mich, denn so lange konzentriert zu bleiben war ich natürlich nicht gewohnt. Vormittags gab es dann drei Schulstunden, dann 40mins Mittagspause, eine weitere Schulstunde mit dem selben Fach wie die Stunde vor Lunch, danach gab es Klassenlehrerstunde und dann kam die letzte Stunde des Tages. Um 3.28pm hatten wir dann endlich Schule aus. Also gab es jeden einzelnen Tag Mittagsschule. Aber das war auch okay denn dafür musste ich ja eine Stunde später erst in den Unterricht kommen als in Deutschland.
Ich glaub das wars fürs Erste, ich hoffe es hat euch gefallen! Schreibt doch bitte wenn ihr mehr hören wollt, in zwei Jahren haben sich nämlich einige Stories angesammelt. Und falls jemand etwas bestimmtes wissen möchte, ich bin natürlich offen für alle möglichen Fragen!
Danke fürs lesen!
xx - Lena
Von da an begann also mein Leben in Kanada. Wer hätte gedacht dass es so leicht sein kann sich ein komplett neues und anderes Leben aufzubauen. Natürlich war alles anders, sich dem Rhythmus der Familie anzupassen zum Beispiel war auf jeden Fall komplizierter als ich mir vorgestellt hatte.
Die ersten Tage verbrachte ich mit meiner Gastfamilie und bereits an meinem ersten ganzen Tag sollte ich in die Schule kommen um mit den anderen neuen internationalen Schülern eine Einweisung in die Schule zu bekommen damit wir uns am ersten richtigen Schultag zumindest etwas zurechtfinden würden. Die anderen “Internationals” kamen aus Brasilien, Mexiko, Kenia, Süd Korea, Japan, Spanien und vielen anderen Ländern. Wir verstanden uns teilweise nur mit Händen und Füßen, aber trotzdem hatten wir eine Verbindung zueinander die wir mit keiner anderen Person in dem Dorf aufbauen konnten. Wir waren alle in der gleichen Situation, anderes Land, andere Leute, andere Sprache und selbst das Essen war anders. Das verband uns alle und so saßen wir dann am ersten richtigen Schultag während dem Mittagessen alle zusammen und hatten das Gefühl dass wir doch irgendwie in die Schule hinein passten.
Damals hatte ich die Fächer Englisch, Career and Life Management (CALM), Mathe und Französisch. In Kanada, oder zumindest in Alberta, der Provinz in der ich zwei Jahre lang war, hat man pro Semester nur vier Fächer, teilweise geht ein Fach allerdings nur ein halbes Semester land, so wie bei mir CALM, und dann muss man für den Rest der Semesters noch ein anderes Fach wählen. In meinem Fall war das dann Construction, also praktisch Holzarbeit. Jedenfalls hat man diese vier Fächer jeden Tag, aber immer in einer anderen Reihenfolge. Der Unterricht beginnt um 8.35 und beginnt mit den täglichen Durchsagen. Dort wird alles verkündet, von Speiseplan bis Geburtstage und welche Sportmannschaft wann das nächste Spiel hat. Montags wurde vor der Durchsage noch die kanadische Nationalhymne gespielt. Jeder musste sich dann im Klassenzimmer hinstellen und zu der kanadischen Flagge drehen und so still stehen bleiben bis die Hymne zu Ende war. Dann kam die Durchsage und schließlich konnte der Unterricht anfangen. Jede Schulstunde dauerte dort 1h 8mins. Im Vergleich zu den 45mins Stunden in Deutschland war das am Anfang eine echte Herausforderung für mich, denn so lange konzentriert zu bleiben war ich natürlich nicht gewohnt. Vormittags gab es dann drei Schulstunden, dann 40mins Mittagspause, eine weitere Schulstunde mit dem selben Fach wie die Stunde vor Lunch, danach gab es Klassenlehrerstunde und dann kam die letzte Stunde des Tages. Um 3.28pm hatten wir dann endlich Schule aus. Also gab es jeden einzelnen Tag Mittagsschule. Aber das war auch okay denn dafür musste ich ja eine Stunde später erst in den Unterricht kommen als in Deutschland.
Ich glaub das wars fürs Erste, ich hoffe es hat euch gefallen! Schreibt doch bitte wenn ihr mehr hören wollt, in zwei Jahren haben sich nämlich einige Stories angesammelt. Und falls jemand etwas bestimmtes wissen möchte, ich bin natürlich offen für alle möglichen Fragen!
Danke fürs lesen!
xx - Lena
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